Pflege im Krankenhaus

Gefährliche Pflege im Krankenhaus
WO BLEIBT DER PATIENT? (AT)

SWR betrifft, 45 min, in Produktion

Gefährliche Pflege in deutschen Krankenhäusern durch Personalmangel: Das sind Vorwürfe, die immer mehr Patienten, Angehörige und Pflegekräfte erheben. Die Pflegerinnen und Pfleger auf den Stationen sind überlastet, gestresst, machen Fehler. Für viele grundlegende Dinge fehlt die Zeit: für die Hilfe beim Essen und Trinken, für die Desinfektion der Hände nach dem Wechseln der Windeln und sogar dafür, eine alte, schwache Patientin zur Toilette zu begleiten. Die Folgen liegen auf der Hand, Patienten und ihre Angehörige berichten verzweifelt davon, Pflegekräfte und Ärzte bestätigen es, Studien liefern die Zahlen: Eine gute pflegerische Versorgung des Patienten im Krankenhaus kann nicht mehr gewährleistet werden. Vor allem dann nicht, wenn die Menschen älter und damit meist pflegebedürftiger sind – und das ist immerhin die Hälfte aller Patienten, also rund acht Millionen.

Konkret heißt das: Es kommt zu Fehler in der Hygiene, in der Medikamentenverabreichung, in der Wundversorgung, in der Mobilisation und das kann  zu gefährlichen Infektionen, Dekubitus, Thrombosen, Verwirrtheitszuständen, Herzinfarkten und zu Todesfällen durch zu spät erkannte Komplikationen führen. Laut Faktencheck Pflegepersonal der Bertelsmann-Stiftung von 2017 steigt mit jedem Patienten, den eine Pflegekraft pro Schicht mehr versorgen muss, die Mortalität um 7 Prozent.

Der Leidtragende des Pflegenotstands in Krankenhäusern ist immer der Patient, und somit potentiell jeder von uns. Im Fokus der Dokumentation stehen deshalb die Patienten und was Pflegemissstände im Krankenhaus für ihre Gesundheit und Genesungschancen bedeutet. Denn wie kann es sein, dass es zur Glückssache wird, ob wir im Krankenhaus gesund gepflegt werden, oder als Pflegefall ins Heim kommen oder gar an den Folgen von Pflegemängelsterben? Das neue Pflegepersonalstärkungsgesetz, im November 2018 auf den Weg gebracht, soll Abhilfe schaffen – doch gelingt das? Und wie gehen Krankenhäuser mit der Situation um?

 

 

Kommentare sind geschlossen.